Die Kirche

Die Unmittelbarkeit vor Gott und die individuelle Verantwortung sind Grundelemente des evangelischen Glaubens. Der Glaube und nicht die Kirche schenkt Gottes Gerechtigkeit. Die Kirche verkündigt das Heil, sie vermittelt es aber nicht.

„Für evangelische Christen und Christinnen ist Kirche die Gemeinschaft der Gläubigen, in der das Evangelium verkündet, die Sakramente richtig ausgeteilt und die christliche Nächstenliebe praktiziert wird (Kleiner Katechismus von Martin Luther). Ämter sind in der evangelischen Kirche mehr als Dienst und nicht als Rang zu verstehen. Dieses evangelische Grundverständnis von Kirche deckt sich mit dem des allgemeinen Priestertums. Demnach leisten Pfarrerinnen und Pfarrer in den Kirchen besondere Dienste. Sie verkünden das Wort, führen Amtshandlungen durch und verwalten die Sakramente. Der Protestantismus kennt nur zwei Sakramente: Die Taufe und das Abendmahl.

Nur diese erfüllen die beiden Kriterien eines Sakraments. Der Bibel zufolge wurden sie von Jesus Christus gestiftet. Diese bestehen aus einem dinglichen Zeichen – Wasser bzw. Brot und Wein – sowie einem geistlichen Wort (“Ich taufe dich im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unser Herr Jesus, in der Nacht da er verraten ward, brach er das Brot…”

Nach der Lehre der Reformatoren hat die Kirche als Institution keine andere Aufgabe als die Verkündigung des biblischen Wortes und die Verwaltung der Sakramente. Dennoch ist ein Mindestmaß an Organisation erforderlich, um z.B. finanzielle Grundlagen zu schaffen, Register zu führen, Kirchen, Friedhöfe, Kindergärten usw. zu erhalten.