Mag.a Ulrike Frank-Schlamberger - Amtsführende Pfarrerin
Nachdem Frau Pfarrerin Christa Schrauf mit 1. Oktober 2008 zur Rektorin des Diakoniewerkes Gallneukirchen berufen wurde, wird ab 1. Jänner 2009
Pfarrerin Mag.a Ulrike Frank-Schlamberger die neue amtsführende Pfarrerin der Heilandskirche werden.
Mag.a Ulrike Frank-Schlamberger stellt sich vor:
geb. 10. Juli 1954 in Graz
Matura 1973 in Bruck/Mur
Verheiratet ab 1980 mit Pfr. Mag. Wieland Frank,
verwitwet seit 2002
4 Söhne geb. 1983, 1985, 1987, 1989
Zusatzausbildungen: Erwachsenenbildnerin, Supervisorin
1981 habe ich als junge Pfarrerin in einer Großstadtgemeinde des 10.Bezirkes in Wien zu arbeiten begonnen. Sehr bald wurde unser erstes Kind geboren und es begann für meinen Mann und mich eine Zeit des Pendelns und Ausbalancierens zwischen Berufsarbeit und Familienbetreuung, mal war der Schwerpunkt mehr auf der einen, mal mehr auf der anderen Seite. In unser beider Leben sollte beides Platz haben. Nach der Geburt unseres dritten Sohnes habe ich mein Pfarramt niedergelegt und in der Krankenhausseelsorge zu arbeiten begonnen.
Dies tue ich nun seit 18 Jahren mit der für viele Frauen typischen Karriere: viele Jahre Teilzeit und seit 2003 wieder auf einer vollen Pfarrstelle.
Es ist etwas ganz Besonderes, Menschen in der Ausnahmesituation der Krankheit ein Stück ihres Weges zu begleiten. Es ist etwas ganz Besonderes mit Menschen „mithoffen“ zu können oder sie beim Abschied nehmen zu unterstützen. Als Gemeindepfarrerin hatte ich mit der Weite menschlichen Lebens zu tun, hier in der Seelsorge bin ich in die Tiefe gegangen.
So wurde ich eine Fachfrau für Ausbildungen in diesem Bereich, habe mich auf Themen wie Trauer, Abschied, Tod und Lebenskrisen spezialisiert. Die Situation der Seelsorge im System eines Krankenhauses im allgemeinen und die einer Minderheit erst recht, die damit zusammenhängende Weiterentwicklung von Konzepten, die gute Ausbildung von Ehrenamtlichen und von KollegInnen, die Wahrnehmung internationaler Kontakte: das waren meine Aufgaben in den letzten Jahren.
Ich sehe es als großes Glück, dass ich dabei immer in einem gut funktionierenden Team arbeiten konnte: vor allem mit meiner Kollegin Johanna Uljas-Lutz, aber auch mit den katholischen SeelsorgerInnen. Eine große Herausforderung waren daneben die interreligiösen Veranstaltungen im Wiener AKH, die wir inzwischen jährlich mit der jüdischen und muslimischen Seelsorge vorbereiten.
In den letzten 5 Jahren war ich auch Mitglied des Leitungsgremiums unserer Diözese Wien (Seniorin) und eine der Wiener Vertreterinnen in der Synode.
Theologische Schwerpunkte
„Glauben heißt in den viel zu großen Schuhen der Mütter und Väter zu gehen.“ Dieser Satz von Fulbert Steffensky drückt für mich die Spannung aus, in der wir als ChristInnen stehen: Es ist ein bisweilen geradezu trotziges „Dennoch“, dass uns an den großen Visionen der ProphetInnen und Jesu festhalten lässt, an ihrer Hoffnung auf die Verwandlung dieser Welt in Gottes Welt. Immer wieder, trotz der täglichen Erfahrung, dass alles Leben fragmentarisch ist. Ihre Hoffnungen sind uns oft wie viel zu große Schuhe- dennoch ziehen wir sie an, immer wieder, und versuchen darin zu gehen, wenigstens ein paar Schritte.
Neben der Seelsorge ist mir die politische Dimension unseres Christ seins wichtig. Die „befreiende Kraft des Evangeliums“ als tragfähiger Boden auf dem ich als Christin/ als Christ mein Leben gestalte, das grundsätzliche Ja Gottes als Ermutigung, sich auch im öffentlichen Raum, in der Gesellschaft zu engagieren und sichtbar zu werden mit einem evangelischen Profil – das ist sicher eine große Herausforderung, der sich jede und jeder zu stellen hat. Daran als Theologin und Seelsorgerin in einer Gemeinde mitzuwirken, reizt mich und spricht mich an.
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